Der durchschnittliche Energieverbrauch pro Quadratmeter Wohnfläche ist in den letzten Jahrzehnten  zurückgegangen. Da aber parallel die genutzte Wohnfläche pro Kopf deutlich gestiegen ist, wurden die Fortschritte bei der Energieeffizienz weitgehend kompensiert – der klassische Reboundeffekt. Der individuelle Heizenergieverbrauch hängt natürlich vom energetischen Standard der Wohnung ab, aber genauso von der benutzten Wohnfläche und erst recht von der Anzahl der Personen im Haushalt.

 

Überraschende Möglichkeiten
Um den Heizenergieverbrauch und die CO2-Emissionen zu senken, denken die meisten an ein großes energetisches Upgrade der eigenen oder gemieteten Wohnung. Das ist auf jeden Fall sinnvoll und gerade besonders günstig: Die Zinsen sind sensationell niedrig, es gibt hohe Zuschüsse oder alternativ Steuerentlastung, und die Energiekosten werden in den nächsten Jahren ansonsten durch die steigen-den CO2-Preise noch viel höher als bisher. Aber es noch andere überraschende Möglichkeiten mit Langzeitwirkung, die gemeinhin vernachlässigt werden:
  1. Beim nächsten Umzug aufpassen! Je weniger Wohnraum pro Kopf und je besser isoliert, umso besser.
    Beispiel: Ein Paar zieht in eine wunderschöne große, aber nicht gedämmte Altbauwohnung (128 Quadratmeter, Verbrauch 20 Kubikmeter Gas pro Quadratmeter und Jahr) und bleibt dort 15 Jahre lang wohnen. Die CO2-Emissionen pro Kopf sind dann 38.400 kg. Oder das Paar zieht in eine kleine, gut gedämmte Wohnung (64 Quadratmeter, Verbrauch 9 Kubikmeter Gas pro Quadratmeter und Jahr). Pro Kopf berechnet führt das zu 17.300 kg CO2-Emissionen (minus 55 %) − alles nur mit einer einzigen Entscheidung.
  2. Wohnung umbauen und Miete kassieren: Durch eine bauliche Teilung von Haus oder Wohnung und Nutzung durch zwei Parteien wird neuer Wohnraum geschaffen, der Heizenergieverbrauch pro Person gesenkt, und  man hat Mieteinnahmen.
    Beispiel: Wenn man eine 120-Quadratmeter-Wohnung oder Haus allein bewohnt (typisches Situation: Kinder ausgezogen, Partner*in gestorben) und als Eigentümer*in in zwei Wohnungen umbaut (Annahmen: jährlicher Verbrauch 3.000 Kubikmeter Gas; Umbau in eine 70qm-Wohnung für zwei Personen und eine 50qm-Wohnung für sich selbst); spart man als Eigentümer*in über die nächsten 20 Jahre 70.000 kg CO2. Mit einem gleichzeitigen energetischen Update noch viel mehr.
  3. Adieu Einsamkeit: Die klassische WG kann wiederbelebt werden. Man lebt allein, die Wohnung ist längst zu groß oder zu teuer, man ist vom Partner getrennt, und eigentlich ein bisschen einsam. Dann kann man zum Beispiel mit einer Freundin oder Freund zusammenziehen, oder untervermieten Der Heizenergieverbrauch und die CO2-Emissionen werden auf einen Schlag halbiert.

Der eigene Energieverbrauch lässt sich mit der Checkertabelle ganz einfach einordnen!

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